Lilli Walzer heißt realiter Helga Elisabeth Walzer und ist als Tochter von Justizinspektor Josef Walzer und dessen Ehefrau Elisabeth Susanna Karoline Walzer geborene Graf im Juni 1945 erstmals urkundlich erwähnt. Die Paritätische Prüfungsstelle der Sektion Bühnenangehörige in der Maria-Theresien-Straße im Wiener IX. Bezirk bescheinigte ihr am 17. Juli 1968 die Reife und die Zulassung für den Bühnenberuf in der Kunstgattung Schauspiel.

Lilli Walzer lernte Hannelore Hoger kennen und die "von mir verehrte Schauspielerin arrangierte ein Treffen mit Alexander Kluge". Nachdem sie ihre Schauspielschulrollen vorgesprochen hatte, sagte Kluge zur Hoger, "Sie ist eine Volksschauspielerin" und zu Lilli Walzer, sie solle sich am besten in München eine Kneipe suchen, dort auf ein Faß springen und aus ihrem Talent etwas machen.

Lilli Walzer, die einst als Schulmadl im schönen Tirol mit ihrem gewaltigen Vortrag des "Andreas-Hofer-Liedes" andere und sich selbst schier zu Tränen rührte, landete nach Abstechern in Innsbruck und Wien schließlich aus Liebe in Hamburg. "Doch nach drei Jahren war die Sache mit Torsten ausgestanden". Sie suchte per Annonce vergeblich einen neuen Mann und fand dafür in ihren alten Theatersachen ein paar Noten von Hugo Wiener.

Lilli Walzer schaute sich nach einem Brettl um und fand die "Schnauze" und das "Café Mago", die "Wendeltreppe", das "Kleinneumarkt", und Leute, die immer wieder Lilli Walzer und ihre Chansons hören wollten. Sie sei ganz schön kitschig, sagt sie, "weil mich die Klänge eines Wiener Walzers verzückt in den Siebten Himmel schweben lassen und ich weinen muß, wenn ich Liebe fühle oder auch manchmal beim Applaus, wenn der größer ist, als ich es verstehe".

Lilli Walzer gönnt sich ab und an verschwenderisch einen Schlafwagen und fährt zu ihren guten Freunden ins österreichische, um von den guten alten Zeiten zu reden und das natürlich im Dialekt, "was auch dazu beiträgt, daß sie sich mein Leben in Hamburg gar nicht vorstellen können und das genieße ich fast".


 

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