Komponist - Kabarettist - Textdichter

Die Lieder von Hugo Wiener

Der 1904 in Wien geborene Komponist, Kabarettist und Schriftsteller Hugo Wiener war neben Karl Farkas eine der schillerndsten Figuren im Wiener Kabarett „Simplicissimus“. „Ich wünsch mir zum Geburtstag einen Vorderzahn“, „Aber der Novak lässt mich nicht verkommen!, Ich kann den Nowotny nicht leiden“ und viele andere Ohrwürmer stammen vom ihm.

Daß es die Musik ist, die sein Leben bestimmen sollte, dessen war sich Hugo Wiener schon sehr früh bewußt. Trotzdem schlug er sich nach dem Musikstudium zunächst als Schauspieler an verschiedenen Wiener Bühnen durch, bis er schließlich 1928 als Hausautor der Revue-Bühne „Femina“, für die er in zehn Jahren 65 Programme verfaßte, eine Anstellung fand. Nebenbei komponierte er bis 1938 noch mehrere Operetten. Kurz nach dem Einmarsch Hitlers im Frühjahr 1938 war Hugo Wiener zu einer Auslandstournee nach Südamerika engagiert, gemeinsam mit Cissy Kraner, die er damals erst flüchtig kannte. Im Exil kam man sich künstlerisch und privat näher und heiratete schließlich im April 1943. In der von beiden gemeinsam eröffneten Pianobar „Johnny’s Musicbox“ sang Cissy Kraner die ihr von ihrem Mann auf den Leib geschriebenen Chansons. Das Publikum bestand anfangs hauptsächlich aus österreichischen und deutschen Emigranten.

Nach dem Krieg, erst Ende der Vierzigerjahre, kehrten die beiden Künstler nach Wien zurück, um ihre bereits in Venezuela begonnene Karriere am „Simpl“ fortzusetzen. Die Zusammenarbeit mit Karl Farkas dauerte fünfzehn JahreHugo Wiener verfasste Komödien und Bearbeitungen bekannter Operetten und Musicals für Bühne und Fernsehen, schrieb Drehbücher und arbeitete zudem ständig an den ZDF-Sendereihen „Spaß mit Musik“, „Ein verrücktes Paar“ und „Traumland Operette“ mit. Seit 1972 schrieb er obendrein noch humoristische Bücher. Insgesamt hat Hugo Wiener über 100 Kabarettprogramme verfasst und etwa 400 Chansons geschrieben und vertont. 

Es gibt Menschen, sinnierte Hugo Wiener einmal, die das Leben ernst nehmen. Das ist eine Dummheit. Wie kann man etwas ernst nehmen, von dem man nicht einmal weiß, wie es endet?

Für ihn endete es am 14. Mai 1993 im Alter von 89 Jahren.

Tim Fischer besucht das Grab von Hugo Wiener und schickt einen Gruß an Lilli Walzer
 

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